Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Literatur vor 1945
Autor:
Gustaf Af Geijerstam
Frauenmacht untersucht mit der Nüchternheit des skandinavischen Realismus die Kräfteverhältnisse zwischen den Geschlechtern, wie sie sich in Ehe, Familie und bürgerlicher Gesellschaft verdichten. Geijerstams Prosa verbindet genaue Milieubeobachtung mit psychologischer Analyse: Nicht äußerliche Sensation, sondern die feinen Verschiebungen von Abhängigkeit, Begehren, Pflichtgefühl und Selbstbehauptung treiben die Handlung voran. Im literarischen Kontext des späten 19. Jahrhunderts steht der Roman nahe bei den Debatten um Moral, Frauenfrage und moderne Individualität. Gustaf af Geijerstam, 1858 geboren und 1909 gestorben, gehörte zu den bedeutenden schwedischen Erzählern seiner Generation. Geprägt von Realismus und Naturalismus, aber zunehmend an seelischen Konflikten interessiert, wandte er sich immer wieder dem Alltag, der Ehe und den verborgenen Spannungen häuslicher Existenz zu. Seine Nähe zu den literarischen Reformbewegungen Skandinaviens erklärt die kritische Schärfe, mit der er gesellschaftliche Rollenbilder befragt. Empfohlen sei Frauenmacht Leserinnen und Lesern, die historische Gesellschaftsromane nicht als bloße Zeitbilder, sondern als präzise Untersuchungen menschlicher Beziehungen schätzen. Das Buch überzeugt durch intellektuelle Klarheit, emotionale Zurückhaltung und seine bis heute anregende Frage, wie Macht im Privaten entsteht.
Klappentext
In "Frauenmacht" erkundet Gustaf af Geijerstam das komplexe Geflecht von Geschlechterrollen und sozialen Strukturen, das Ende des 19. Jahrhunderts die schwedische Gesellschaft prägt. Der Roman zeichnet sich durch einen ausgefeilten lyrischen Stil aus, der den emotionalen und psychologischen Tiefgang seiner Charaktere betont. Geijerstam gelingt es, durch brillante Dialoge und vielschichtige Beschreibungen, die Herausforderungen und Möglichkeiten, die mit der Emanzipation der Frauen verbunden sind, eindringlich darzustellen. Gustaf af Geijerstam (1858-1909) war ein schwedischer Romanautor und Dramatiker, der selbst in einer Zeit aufwuchs, in der das männlich dominierte Gesellschaftssystem allgegenwärtig war. Sein persönlicher Werdegang und sein Interesse an sozialen Fragen motivierten ihn, die Rolle der Frauen in der Gesellschaft literarisch zu hinterfragen. Geijerstams Erfahrungen im literarischen Milieu und seine tiefgreifende Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Themen prägten seinen Ansatz, die soziale Gerechtigkeit und die Emanzipation zu thematisieren. "Frauenmacht" ist ein unerlässliches Werk für jeden Leser, der sich für Genderfragen und die Entwicklung der gesellschaftlichen Normen interessiert. Geijerstams kluge und provozierende Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau regt zum Nachdenken an und bleibt angesichts heutiger Diskussionen über Gleichberechtigung und Identität zeitlos relevant.
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