Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Literatur vor 1945
Hjalmar Bergmans Roman Eros' Begräbnis entfaltet eine Studie über das Ende romantischer Illusionen: Liebe erscheint nicht als Erlösung, sondern als soziale Rolle, psychische Versuchung und existentielle Prüfung. In einer Prosa, die psychologischen Realismus mit symbolistischen Verdichtungen und feiner Ironie verbindet, steht das Werk im Kontext der skandinavischen Moderne nach Strindberg und vor dem reifen Bergman. Der Titel bezeichnet dabei weniger ein Ereignis als ein Programm: die Beisetzung eines Eros, dessen Versprechen an bürgerlichen Interessen, Selbsttäuschung und Vergänglichkeit zerbricht. Hjalmar Bergman (1883-1931), aus Örebro stammend, kannte jene schwedische Provinz- und Bürgerwelt, deren Fassaden er immer wieder dramatisch und erzählerisch durchleuchtete. Seine Nähe zum Theater, seine Bildung in Uppsala und die Vertrautheit mit Familienlegenden, ökonomischem Ehrgeiz und moralischer Enge lieferten ihm den Stoff für Figuren, die zwischen Maske und Geständnis schwanken. Gerade ein früher Roman wie dieser verrät den Autor auf der Suche nach einer Form, in der Komik, Melancholie und metaphysische Unruhe zusammenfinden. Zu empfehlen ist Eros' Begräbnis Leserinnen und Lesern, die Liebesgeschichten nicht als Handlung, sondern als Erkenntnisinstrument verstehen. Der Roman belohnt Aufmerksamkeit für Tonwechsel, Andeutungen und seelische Zwischentöne. Wer Bergmans spätere Meisterschaft kennenlernen will, findet hier ihre Vorgeschichte und ein eindringliches Dokument nordischer Moderne.
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