Einband:
Kartonierter Einband
Erscheinungsdatum:
31.12.2011
Der Sport des Niltals stellt historisch einen einzigartigen Sonderfall dar und bietet eine Vielzahl an bemerkenswerten Ereignissen und Personen: sportliche Pharaonen, die den Wettkampf mieden, königliche Nachfolger Alexanders, die bedeutsame hippische Erfolge erlangten, griechische Athleten aus Übersee, die an den großen Agonen der römischen Kaiserzeit glänzten, Gladiatoren mit ihren Nöten sowie Circusprogramme aus byzantinischer Zeit. Dieses Buch präsentiert eine bunte Mischung von hieroglyphischen, griechischen und lateinischen Textquellen aus nahezu 3000 Jahren. Alle Texte sind vom Autor übersetzt, kommentiert sowie historisch bewertet. Die Bandbreite der 59 ausgewählten Dokumente reicht von der hochoffiziellen Inschrift aus pharaonischer Zeit bis zu sehr privaten Zeugnissen (u. a. Testament, Besucherinschrift, Beschwerdebrief, Grabinschrift, signierte Urkunde) antiker Spitzensportler. Der Ägyptologe und Sportwissenschaftler Wolfgang Decker ist weltweit einer der besten Kenner des Sports im Alten Ägypten und der Antike. Er lehrte dreißig Jahre lang als Professor für Geschichte des Sports und der Leibeserziehung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Wolfgang Decker ist Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift NIKEPHOROS sowie Autor zahlreicher sporthistorischer Monographien und Aufsätze.
Autorentext
Prof. Dr. Wolfgang Decker ist Altertumswissenschaftler und Sporthistoriker und war drei Jahrzehnte Professor für Sportgeschichte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Neben der Erforschung des Sports im pharaonischen Ägypten verfasste er zahlreiche Arbeiten zum Sport im antiken und modernen Griechenland.
Leseprobe
Vorwort Während meiner 35 Jahre als akademischer Lehrer auf dem Gebiet der Sportgeschichte habe ich meinen Studenten immer die Wichtigkeit von Quellen vorgestellt. Regelmäßig war jedes Semester eine meiner Lehrveranstaltungen der kritischen Lektüre von Quellentexten gewidmet. Meist handelte es sich um Texte aus dem Altertum, die ich den Sportstudenten in deutscher Übersetzung anbot, da die wenigsten die Kenntnis des Lateinischen, die allerwenigsten die des Griechischen und nur ein einziger einmal die der ägyptischen Hieroglyphen vorweisen konnten. Einige wenige Male leider immer weniger in den letzten Jahren hatte ich das Vergnügen, mit Studenten der Griechischen und Lateinischen Philologie Originaltexte lesen zu können. Ich zähle diese Veranstaltungen zu den Höhepunkten meiner Lehrtätigkeit. Sie erinnern mich an eigene Sternstunden, die ich als Student durch die Lektüre agonistischer Inschriften in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts bei Reinhold Merkelbach erleben durfte. Bei der Vorbereitung der Seminare war ich selbstverständlich gehalten, die Originale heranzuziehen. So habe ich im Verlauf von mehr als drei Jahrzehnten eine große Anzahl von sporthistorischen Quellen studiert. Diese bezogen sich nicht nur auf die antiken Olympischen Spiele, ein bei den Studenten verständlicherweise beliebtes Thema, sondern waren vielen anderen Themen der altägyptischen, griechischen und römischen Sportkultur entnommen. Nicht nur wegen meiner ägyptologischen Vorbildung, die mit dem Studium der Klassischen Philologie verbunden war, hat mich Ägypten besonders angezogen, sondern auch wegen der Tatsache, daß die pharaonische Kultur die ältesten Quellen zur Sportgeschichte liefert und der Frage nach dem Ursprung des Sports weitaus näher steht, als es z. B. die ältesten griechischen Dokumente sind. Darüber hinaus reizten mich aber auch die mehrfachen Kulturbrüche im Niltal: Mit der Eroberung durch Alexander den Großen und die anschließende ptolemäische Epoche dominierte eine andere Kultur für drei Jahrhunderte Ägypten, ohne indes die alten Traditionen zu eliminieren. Ähnlich verhält es sich mit der römischen Herrschaft, die die griechische ablöste, ohne daß das tägliche Leben einer hellenischen Oberklasse merklich gestört worden wäre; und auch Rom respektierte das ehrwürdige Alter der pharaonischen Kultur, die beispielsweise im Kult weiterbestand. Das griechische Element meldete sich noch einmal, auch sporthistorisch, zu Wort in Gestalt der byzantinischen Kultur, bis die arabische Eroberung einen stärkeren Kulturbruch bewirkte als alle zuvor im Lande erlebten. Es wäre zweifellos von hohem Reiz gewesen, auch die arabischen Quellen sporthistorisch auszuwerten, läßt sich doch erwarten, daß im Volksleben manches überlebt hat, was auf uralten Traditionen fußt. Wie die jährlichen Überschwemmungen des Nils (bis zur Anlage von modernen Staudämmen) das Land in einer unvergleichlichen Weise prägten und eine Kontinuität sui generis schufen, dürfte das bäuerliche Leben auch Festbräuche (mit sportlichen Elementen) tradiert haben, die Jahrtausende alt sind. Der Herausgeber dieser Quellensammlung muß dieses Desideratum den Kollegen der Orientalistik überlassen, da er selbst des Studiums arabischer Quellen nicht mächtig ist. Auch existiert meines Wissens keine Sekundärliteratur, die sich auf die Sportgeschichte der letzten 1300 Jahre (oder auf eine Epoche innerhalb dieser Zeitspanne) bezöge. Mit der hier publizierten Sammlung liegt ein Versuch vor, meine langjährige Beschäftigung mit sporthistorischen Quellen aus dem Niltal, die wie ich meine nicht nur wegen der longue durée von hoher Spannung sind, in einem Quellenwerk zu vereinen. Der unmittelbare Einblick, den die griechischen papyrologischen Quellen in das agonistische Leben der hellenischen Kultur erlauben, darf in der Geschichte des Sports ohne Abstriche als einmalig bezeichnet werden. Oft genug werfen sie auch Licht auf das Alltagsleben und sind eingebettet in die sozio-kulturelle Welt. Kein Geringerer als Louis Robert hat die ägyptischen Kampfsportler, deren Karrieren in eindruckvollen epigraphischen Dokumenten die Zeitläufte überdauert haben, immer wieder als typische Beispiele ihres hohen Ansehens in der römischen Kaiserzeit hervorgehoben. In starkem Kontrast zu diesen Quellen, die in ihrer Unmittelbarkeit gelegentlich wie aktuelle Belichtungen der modernen Welt des Leistungssports anmuten, steht die Überlieferung aus dem pharaonischen Ägypten. Hier beeindrucken die sportlichen Könige aus der Glanzzeit des Alten Ägypten, dem Neuen Reich, mit athletischen Hochleistungen. Sie waren angeblich in der Lage, mit ihren treffsicheren Pfeilen Kupferbarren zu durchbohren, wie sie in der Bronzezeit in allen Häfen des Mittelmeeres als gesuchte Handelsware auf Kupfertransportern angeboten wurden und jedem Zeitgenossen ein Begriff waren. Ihre weitgehende Normung erklärt neben einem allgemeinen Leistungsklima, wie es in der 18. Dynastie in Ägypten herrschte, die Aufstellung von ersten Sportrekorden durch diese Könige. Allerdings war der Sport Pharaos in höchstem Grade ideologisiert und ein offener Wettkampf mit seiner Teilnahme undenkbar. Sein Maßstab waren die Leistungen der Vorgänger, die er übertraf; so sind es eigenartige imaginäre Wettkämpfe zwischen Lebenden und Toten über Raum und Zeit hinweg, die das Königsdogma allein zuließ. Die Betrachtung des Sports in der geographischen Einheit des Niltals über annähernd drei Jahrtausende, wie sie mit dieser Quellensammlung für vier unterschiedliche Kulturen angeboten wird, führt wiederum zu der Erkenntnis, daß der Sport ein universales Phänomen ist, das jedoch wie alle Kulturphänomene den jeweils herrschenden ideologischen und sozialen Kräften unterworfen ist und demnach je nach Ort und Zeit eine ganz besondere Wertewelt repräsentiert.
Inhalt
Vorwort 7 A Einleitung: Der Sport in Ägypten zwischen Theben und Byzanz (ca. 2000 v. Chr. 7. Jh. n. Chr.) 10 B Texte I. Pharaonenzeit 22 a) hieroglyphisch 1 Schwimmunterricht am Königshof 22 2 Der Zweikampf des Sinuhe 23 3 Prinz Imenmes beim Bogenschießen 26 4 Aus den Annalen Thutmosis' III 27 5 Aus der Armant-Stele Thutmosis' III 28 6 Unterricht im Bogenschießen für den Prinzen Amenophis 32 7 Die Sphinx-Stele Amenophis' II 34 8 Eine Demonstration der Schießkünste Amenophi…
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