Soziale Lage und Lebensstil

Soziale Lage und Lebensstil

Einband:
Kartonierter Einband
EAN:
9783810019486
Genre:
Medienwissenschaft
Autor:
Werner Georg
Herausgeber:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum:
31.01.1998

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, eine theoretische Diskus sion in der deutschen Sozialstrukturanalyse empirisch aufzugreifen, nämlich die Debatte um den Zusammenhang von sozialer Lage und Lebensstil. Aus gelöst von Pierre Bourdieus Ansatz der Strukturierung von Lebensstilen in Übereinstimmung mit spezifischen Klassenlagen (Bourdieu 1982) wurde in der Theorie sozialer Ungleichheit die Frage nach den sozio-kulturellen Me chanismen und lebensweltlichen Praktiken der Statusvererbung thematisiert. Freilich entfernte sich, zumindest in Deutschland, vor dem Hintergrund der Beck' schen Individualisierungsthese die Diskussion zunehmend von dieser Ausgangsfrage und Begriffe wie "Entstrukturierung" (Berger 1986), "Individualisierung" (Beck 1986) prägten die Diskussion um den Zusam menhang von sozialer Lage und Lebensstil. Auffällig an dieser Auseinan dersetzung war, daß sie vorwiegend konzeptuell und nur zu einem geringen Teil auf einer soliden empirischen Basis geführt wurde. Dieser "weiße Fleck" war allerdings vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt fehlenden em pirischen Basis nur zu verständlich, denn es existierten entweder Untersu chungen, die auf Teilgebiete, wie etwa die Wohnungseinrichtung (Das Haus 1988), das Freizeitverhalten (Lüdtke 1990) und die Inszenierung des Körpers (Der Spiegel 1990), oder auf lokale und regionale Stichproben begrenzt wa ren. Diese Situation änderte sich zu Beginn der 90er Jahre, als die Werbe agentur Michael Conrad & Leo Bumett eine Lebensstiluntersuchung auf breiter Basis zum Zweck der Marktsegmentierung durchführte (Conrad & Bumett 1991). Auf der Grundlage dieser Erhebung geht diese Arbeit empi risch der Frage nach, wie alltagsästhetische Lebensstiltypen mit Merkmalen der sozialen Lage verknüpft sind, um der oben beschriebenen Diskussion eine empirische Fundierung zu geben.

Autorentext
Werner Georg ist Professor für Soziologie an der Universität Konstanz mit den Forschungsschwerpunkten Bildungssoziologie, soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse, Lebensstilforschung sowie empirische Sozialforschung.

Klappentext
Seit Beginn der 80er Jahre fand in der deutschenSozialstrukturanalyse eine Wende von den konventionellen sozio-ökonomischfundierten Modellen sozialer Ungleichheit hin zu handlungs- undkulturtheoretischen Konzepten, wie sie in Milieu- und Lebensstilansätzenformuliert wurden, statt. War die von Pierre Bourdieu formulierteAusgangsfrage dieses Perspektivenwechsels noch die nach dem Zusammenhang vonKlasse und Alltagsästhetik, so wurden im Rahmen der weiteren EntwicklungLebensstiltypologien weitgehend als frei flottierende Analysekategorienverwendet, die von ihrer Verknüpfung mit spezifischen Lagen weitgehend gelöstwurden. Vor diesem Hintergrund entwickelt der Autor eine empirischeLebensstiltypologie auf der Grundlage der bisher umfassendsten Erhebung zudiesem Bereich in Westdeutschland. In einem zweiten Schritt werden mit Hilfe einer neuerenstatistischen Modellgruppe die Wahrscheinlichkeit der Zugehörigkeit zu deneinzelnen Lebensstilgruppen nach Maßgabe von Merkmalen der sozialen Lageeingeschätzt. Fern eines deterministischen Blickwinkels derKonzeptualisierung des Zusammenhangs von sozialer Lage und Lebensstil stellensich trotzdem sinnhafte Verknüpfungen von Alltagsästhetik, Stilisierung undspezifischen Positionierungen im sozialen Raum dar. Lebensstile lassen sichin diesem Kontext als subjektive sinnhafte Antworten auf ähnlich gearteteProblemstellungen und Wirklichkeitsinterpretationen in spezifischen sozialenLagen verstehen, die Ausdruck typischer ¶Ungleichheitssemantiken¶sind. Aus dem Inhalt:Einleitung Lebensstile - eine Ergänzung zu Schichtungs- und Klassenmodellenin der Sozialstrukturanalyse? Eine Theoriegeschichte der Soziologie von Lebensstilen Soziale Ungleichheit und Lebensstile - Versuch einertheoretischen Integration Zur bisherigen empirischen Erforschung von Lebensstilen Empirischer Teil: Konstruktion einer repräsentativenLebensstiltypologie Exkurs: Die Entwicklung von Skalen zur Messung des kulturellenund ökonomischen Status einzelner Berufsgruppen Methodis

Inhalt
1. Lebensstile eine Ergänzung zu Schichtungs- und Klassenmodellen in der Sozialstrukturanalyse?.- 2. Eine Theoriegeschichte der Soziologie von Lebensstilen.- 3. Soziale Ungleichheit und Lebensstile Versuch einer theoretischen Integration.- 4. Zur bisherigen empirischen Erforschung von Lebensstilen.- 5. Empirischer Teil: Konstruktion einer repräsentativen Lebensstiltypologie.- 6. Exkurs: Die Entwicklung von Skalen zur Messung des kulturellen und ökonomischen Status einzelner Berufsgruppen.- 7. Methodischer Exkurs: Die multinomiale logistische Regression mit Individualdaten.- 8. Soziale Lage und Lebensstil statistische Modelle zur Voraussage der Lebensstilzugehörigkeit.- 9. Diskussion.


billigbuch.ch sucht jetzt für Sie die besten Angebote ...

Loading...

Die aktuellen Verkaufspreise von 6 Onlineshops werden in Realtime abgefragt.

Sie können das gewünschte Produkt anschliessend direkt beim Anbieter Ihrer Wahl bestellen.


Feedback