Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Sozialwissenschaften allgemein
Herausgeber:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum:
16.12.2012
Was wissen wir über die Situation Angehöriger von Strafgefangenen und vor allem darüber, wie diese Angehörigen ihre eigene Situation interpretieren und welche Realitätskonstruktionen sie entwerfen, und warum wissen wir darüber so wenig? Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich die folgende Studie, weil wir meinen, daß auch in den wenigen Sozial-Reportagen (z. B. Mechtel 1975), die sich mit den Problemen Angehöriger von Straf gefangenen beschäftigen, darüber nichts (bestenfalls wenig) zu finden ist (derartige Sozial-Reportagen konzentrieren sich in der Regel auf die problematischen Beziehungen zwischen Mann und Frau, wenn einer von beiden einsitzen muß (z. B. Ortner/Wetter 1975) oder thematisieren die Folgen der Haft für die Kinder (Römer 1967), wenn einer der beiden Elternteile eine Freiheitsstrafe verbüßen muß). Die vorliegende Studie geht den oben skizzierten Themen komplex an, indem sie aus der Sicht einer zentralen Figur im Bezie hungsgefüge eines Strafgefangenen (immer ein Mindestmaß an Kontakten unterstellt) jene Schwierigkeiten beschreibt und analy siert, die typischerweise für die soziale Umgebung eines Strafgefan genen im Verlauf seiner kriminellen Karriere auftreten. Insofern erstatten auch wir einen Bericht: wir zeichnen das auf und nach, was Mütter, deren Söhne im Gefängnis sitzen, uns berichtet haben. Die Beschäftigung mit dieser Thematik kam mit der Gelegenheit. Die Gelegenheit selbst wurde in der "Abendpost", einer Boulevard zeitung, "offeriert", wo zu lesen stand, daß die "Evangelische Ar beitsgemeinschaft für Müttergenesung" für ca.
Klappentext
Was wissen wir über die Situation Angehöriger von Strafgefangenen und vor allem darüber, wie diese Angehörigen ihre eigene Situation interpretieren und welche Realitätskonstruktionen sie entwerfen, und warum wissen wir darüber so wenig? Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich die folgende Studie, weil wir meinen, daß auch in den wenigen Sozial-Reportagen (z. B. Mechtel 1975), die sich mit den Problemen Angehöriger von Straf gefangenen beschäftigen, darüber nichts (bestenfalls wenig) zu finden ist (derartige Sozial-Reportagen konzentrieren sich in der Regel auf die problematischen Beziehungen zwischen Mann und Frau, wenn einer von beiden einsitzen muß (z. B. Ortner/Wetter 1975) oder thematisieren die Folgen der Haft für die Kinder (Römer 1967), wenn einer der beiden Elternteile eine Freiheitsstrafe verbüßen muß). Die vorliegende Studie geht den oben skizzierten Themen komplex an, indem sie aus der Sicht einer zentralen Figur im Bezie hungsgefüge eines Strafgefangenen (immer ein Mindestmaß an Kontakten unterstellt) jene Schwierigkeiten beschreibt und analy siert, die typischerweise für die soziale Umgebung eines Strafgefan genen im Verlauf seiner kriminellen Karriere auftreten. Insofern erstatten auch wir einen Bericht: wir zeichnen das auf und nach, was Mütter, deren Söhne im Gefängnis sitzen, uns berichtet haben. Die Beschäftigung mit dieser Thematik kam mit der Gelegenheit. Die Gelegenheit selbst wurde in der "Abendpost", einer Boulevard zeitung, "offeriert", wo zu lesen stand, daß die "Evangelische Ar beitsgemeinschaft für Müttergenesung" für ca.
Inhalt
Zur Einführung: Das Strafrecht und die Mütterlichkeit.- 1. Einleitung.- 2. Die Gemeinschaft der Bedrückten: Welche Empfindungen man als Mutter eines Kriminellen hat.- 3. Auswirkungen auf die Binnenmoral: Das Verhältnis zum Ehemann und zu anderen Familienmitgliedern.- 4. Nahtstellen zur Gesellschaft: Typische Reaktionsweisen von Nachbarn und Arbeitskollegen.- 5. Mutterpflichten: Über aufreibende Versuche, die kriminelle Karriere des Sohnes aufzuhalten.- 6. Mutterpflichten: Besuche beim verlorenen Sohn in der Strafanstalt.- 7. Entlassung: Was nun?.- 8. Zur Dominanz von Beziehungskommentaren bei der Beurteilung der Kontakte mit Instanzen sozialer Kontrolle.- 9. Zur Rekonstruktion der kriminellen Karriere des Sohnes entlang seiner Biographie oder Warum der Blick zurück entweder am Sorgenkind oder am auf die schiefe Bahn gekommenen Musterknaben hängenbleibt.- 10. Rätselraten über das Rätsel Kriminalität.- 11. Rechtfertigungsmuster und Entlastungslegenden.- 12. An Stelle eines Nachworts: Mater dolorosa oder Leiden als Mutterpflicht.- 13. Literaturverzeichnis.
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