Ironie im Mittelalter

Ironie im Mittelalter

Einband:
Fester Einband
EAN:
9783534216246
Untertitel:
Hermeneutik - Dichtung - Politik
Genre:
Mittelalter
Autor:
Gerd Althoff, Christel Meier-Staubach
Herausgeber:
wbg academic
Auflage:
1., Auflage
Anzahl Seiten:
240
Erscheinungsdatum:
2010
ISBN:
978-3-534-21624-6

Ironie war ein wichtiges Mittel, in Auseinandersetzungen zu obsiegen. Sie konnte Provokatio-nen besänftigen, den Gegner demütigen, oder unangreifbare Souveränität demonstrieren. Erstmals rekonstruieren die Autoren diesen verschütteten Aspekt mittelalterlicher Mentalität, und geben eine Vielzahl an Beispielen derb-witziger oder beißend ironischer Kommunikation aus allen Gattungen mittelalterlicher Schriftlichkeit.

Das Mittelalter war auch ein Zeitalter der Ironie. Wie diese aussah, ist oft schwer zu rekon-struieren. Ohne kodifizierte Verordnungen mussten Entscheidungsfindungen immer wieder in mündlichen Auseinandersetzungen zustande kommen. Hier konnte Drohung und Streit zum Erfolg führen, oder aber der Sieger schlug seine Widersacher mit den Mitteln der Ironie. Gerd Althoff und Christel Meier-Staubach rekonstruieren erstmals diesen oft übersehenen Aspekt der mündlichen Kommunikation in seiner ganzen Breite und zeigen, welche wichtige Rolle ironische Zuspitzung und Verfremdung spielten. Auf diese Weise wird neben unserem traditionellen Bild eine neue Seite des Mittelalters beleuchtet, eine teils komische, teils derb-ironische Variante mittelalterlicher Mentalität. Ob Humor oder beißende Ironie in allen Quellengattungen finden sich dafür drastische Beispiele, in Geschichten über Mönche und von Mönchen, in Briefen oder Tierepen, in der Lyrik wie in der Historiographie. Ironie im Mittel-alter zu entdecken bedeutete zugleich auch einen neuen, kritischen Umgang mit den Quellen.

Autorentext

Gerd Althoff, geb. 1943, ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Müns-ter. Bei der WBG erschienen von ihm unter anderem die Biographie "Otto III." (1996), "Die Macht der Rituale. Symbolik und Herrschaft im Mittelalter" (2003) sowie zuletzt die Biogra-phie "Heinrich IV. (22008). Christel Meier-Staubach, geb. 1942, ist Professorin für Mittellateinische Philologie an der Uni-versität Münster. 2005 erhielt sie den Forschungspreis der Universität Münster.



Zusammenfassung
'Obwohl Germanisten und Romanisten Ironie in der Überlieferung des Mittelalters längst entdeckt hatten, übersahen Mediävisten bis heute in der Regel die dichten Zeugnisse für solches verdecktes Sprechen. Die Mittellateinerin Christel Meier und der Historiker Gerd Althoff beheben den Mangel, die eine, indem sie die Zeugnisse der Ironie aus antiker Tradition ableitet, der andere durch den Blick auf den Kontext der Ständegesellschaft: Ironie sei eine Weise, subtile - und ungefährliche - Kritik an Herrschaftsverhältnissen zu äußern.' Frankfurter Allgemeine Zeitung


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