Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Arbeits-, Wirtschafts- & Industriesoziologie
Herausgeber:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum:
17.01.2005
Dieses Lehrbuch führt problembezogen in die Bereiche der Gesellschaft ein, die für angehende Lehrerinnen und Lehrer besonders relevant sind: Schule, Familie und Schulumfeld.
"Ein instruktives Buch, das vor allem für Lehrer von hohem Wert sein kann." Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, 02/2006
Autorentext
PD Dr. Bernhard Gill ist Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Ulrich Beck, Institut für Soziologie der Ludwig Maximilian-Universität. Dort ist er für die Lehramtsausbildung zuständig.
Klappentext
Das deutsche Schulsystem ist in seiner Struktur, Organisation und überwiegend praktizierten Unterrichtsform ein Dinosaurier des Industriezeitalters - so die These des Buches. Daher auch das schlechte Abschneiden bei PISA. Wechselseitige Schuldvorwürfe zwischen Elternhaus, Schule und Politik helfen hier nichts, das Gerede vom Erziehungsnotstand in den Familien, von den faulen Lehrern und den dummen Schüler ist erstens empirisch haltlos und zweitens kontraproduktiv. Dagegen bedarf es einer nüchternen soziologischen Analyse wie sich die Bevölkerung, die Familie, die Berufe, der Staat und die generellen Umgangsformen beim gegenwärtigen Übergang zur postindustriellen Gesellschaft tatsächlich verändern. Nur indem die Schule diese Veränderungen zur Kenntnis nimmt, kann sie selbst in angemessener Weise reagieren. Das Buch richtet sich vor allem an angehende Lehrer/innen. Das Konzept wurde in Vorlesungen und in der Diskussion mit Studierenden entwickelt.
Inhalt
1: Die soziologische Brille.- 1.1 Unterschiede zum Alltagsverständnis sozialer Vorgänge.- 1.2 Unterschiede zur Denkweise der Biologie.- 1.3 Unterschiede zur Denkweise der Individualpsychologie.- 1.4 Unterschiede zur pädagogischen Denkweise.- 1.5 Was kann und will Soziologie denn selber?.- 1.6 Abschließend eine Warnung vor der Soziologie.- 2: Sozialisation und sozialer Wandel.- 2.1 Was ist 'Sozialisation'?.- 2.2 Sozialisationskontexte.- 2.3 Phasen der Sozialisation das gesellschaftliche Regime des Lebenslaufs.- 2.4 Gruppenspezifische Unterschiede in der Sozialisation.- 2.5 Sozialer Wandel.- 2.6 Sozialisation im Epochenwandel.- 3: Wie haben sieh Familie, Kindheit und Jugend im Laufe der Epochen verändert?.- 3.1 Familienformen im Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft.- 3.2 Kindheit und Jugend im Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft.- 3.3 Die Entfaltung postindustrieller Familien- und Privatheitsformen.- 3.4 Kindheit im Übergang zur postindustriellen Zeit.- 3.5 Jugend im Übergang zur postindustriellen Zeit.- 4: Bildung und Soziale Ungleichheit.- 4.1. Unterschiedliche Gerechtigkeitskonzepte in der bildungspolitischen Debatte.- 4.2. Wie spiegelt sich die soziale Herkunft gegenwärtig im deutschen Bildungssystem?.- 4.3 Gründe für die Reproduktion sozialer Ungleichheit.- 4.4 Warum das konservative deutsche Bildungssystem in der postindustriellen Wissensgesellschaft dysfunctional wird.- 5: Deutschland als Einwanderungsland Migration und Integration.- 5.1 Was ist ein 'Migrant'? Oder: Warum die Unterscheidung zwischen 'Inländern' und 'Ausländern' oft irreführend ist.- 5.2 Wanderung nach Deutschland.- 5.3 Migrantenkinder in deutschen Schulen.- 5.4 Fremdenfeindlichkeit und Migrationspolitik.- 5.5 Integrationsperspektivender Migrantinnen.- 5.6 Warum sind viele Migrantenkinder in der Schule benachteiligt?.- 5.7 Warum sind Einwanderung und Integration für Deutschland wichtig?.- 6: Wie verändert sich die Berufswelt?.- 6.1 Bildungsstatus und Berufserfolg. Lohnt sich Bildung überhaupt?.- 6.2 Was ist ein Beruf?.- 6.3 Die Entstehung des industriellen Berufskonzepts.- 6.4 Postindustrieller Wandel des Berufskonzepts.- 6.5 Maschinenführer und Tänzerinnen postindustrieller Wandel der Berufsinhalte.- 6.6 Von Hierarchien zu Märkten und Netzwerken -Postindustrieller Wandel der Arbeitsorganisation.- 6.7 Konsequenzen für die Schule.- 7: Persönlichkeitsbildung und gesellschaftliche Integration.- 7.1 Die Gründung der Nation und die Durchsetzung der Schulpflicht.- 7.2 Offene Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg -Demokratie, Wohlfahrtsstaat und Globalisierung.- 7.3 Schulwesen und moderne Persönlichkeitsstruktur die euphorischen Annahmen der Modernisierungstheorie.- 7.4 Einige methodische Zweifel.- 7.5 Bescheren uns Bildung und Modernisierung bessere Menschen?.- 7.6 Disziplinierung der Lebensführung oder Öffnung des geistigen Horizonts?.- 7.7 Fazit und Ausblick: Was bedeutet Bildung in der postnationalen Konstellation?.- 8: Schule und Lehrerberuf.- 8.1 Vorüberlegung: Bürokratisierte versus professionalisierte Arbeitsprozesse.- 8.2 Schule als bürokratische Organisation.- 8.3 Lehrtätigkeit als Profession.- 8.4 Der PISA-Schock: Das relative Scheitern der konservativen und der sozialdemokratischen Bildungsideologie in Deutschland.- 8.5 Die gegenwärtigen Reformbestrebungen: Neoliberale oder sozial integrative Auswege aus der bürokratischen Starre?.- 9: Reformen wohin? Eine kurze Zusammenfassung und eine etwas grundsätzlichere Zielbestimmung.- 9.1 Die veränderte Umweltder Schule.- 9.2 Wie sich Bildung und Erziehung grundsätzlich verändern könnten.- 9.3 Reformeifer und Gelassenheit!.
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