Kanzlerkandidaten in den Medien

Kanzlerkandidaten in den Medien

Einband:
Kartonierter Einband
EAN:
9783531125749
Genre:
Sozialwissenschaften allgemein
Autor:
Klaus Kindelmann
Herausgeber:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum:
31.01.1994

1.1 Problembeschreibung Bei der Politikvermittlung sind die Massenmedien die wichtigsten Instrumente. Politische Informationen werden über die Nachrichtenkanäle verbreitet und daher fungieren die Massenmedien als Bindeglied zwischen den politischen Akteuren und den Wählern. Die Wähler können über politische Vorgänge häufig nicht auf grund persönlicher Erfahrungen urteilen, sondern sie haben etwas darüber in den Massenmedien gelesen, gehört oder gesehen. Die Wähler haben auch die politi schen Akteure, und insbesondere Kanzlerkandidaten, meist weder persönlich ge troffen noch mit ihnen sprechen können. Alles was sie über die Kandidaten wis sen, haben sie den Massenmedien entnommen. Nur wenige Menschen haben dar über hinaus Gelegenheit, ihr Urteil durch persönliche Kontakte mit den Spitzen politikern der Parteien zu überprüfen. Die Medien haben also eine besondere Rolle bei der Konstruktion der politi schen Realität. Dies ist vielfach aufgezeigt worden. I In den Medien ist aber eine Vielfalt an unterschiedlichen politischen Orientierungen anzutreffen. Dement sprechend sind mediale Darstellungen und Bewertungen von Politikern in der Regel nicht einheitlich, sondern hoch differenziert und widersprüchlich. Die politischen Akteure und Parteien kennen Funktion und Rolle der Mas senmedien genau. Sie versuchen deshalb, ihre eigenen Sichtweisen und Situati onsdeutungen in den Medien zu etablieren. Dazu gehört auch das Image des Spitzenkandidaten. Spezifische Strukturen und Mechanismen des Mediensystems führen dazu, daß bestimmte Aspekte und Eigenheiten dieses Images betont und andere weggelassen werden. Welches Bild über den Kandidaten vermittelt wird, entscheiden die Medien. Sie beleuchten die Politiker aus unterschiedlichen Positionen, die auch in der Gesellschaft zu finden sind.

Autorentext
Klaus Kindelmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kommunikations- und Politikwissenschaft an der Universität Nürnberg.

Klappentext
Politiker sind Kunstprodukte - das gilt jedenfalls für die Art und Weise, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt und wahrgenommen werden. Ihre Persönlichkeit, ihre Kompetenz, ihre moralischen Qualitäten sind soziale Konstrukte, deren Zustandekommen und Ausprägung die Massenmedien wesentlich bestimmen. So hat Helmut Kohl die "Vereinigungswahl" 1990 deshalb so überlegen gewonnen, weil er selbst im stärker der SPD zugeneigten politisch-publizistischen Milieu den Eindruck vermitteln konnte, der geeignetere Kandidat zu sein. Lafontaine verlor indessen schon sehr früh die Unterstützung in der eher linken Presse. Dies ist das Ergebnis der Inhaltsanalyse der Kommentierung publizistisch bedeutender Zeitungen im Wahljahr 1990. Der Analyse liegt ein dynamischer Ansatz zugrunde, mit dem wesentliche Konstruktionsprinzipien für Politiker-Images aufgezeigt werden können.

Inhalt
1 Einführung.- 2 Medien, Politik und Politiker - theoretische Rahmenbedingungen.- 3 Die Anlage der Untersuchung.- 4 Medien-Darstellungen und Wähler-Meinungen über die Kandidaten.- 5 Hintergründe und Rahmen der Beurteilung von Kohl und Lafontaine.- 6 Einflußfaktoren auf die Beurteilung der Kandidaten.- 7 Schlußbetrachtungen.- Literatur.


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