Einband:
Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber:
Boehlau Verlag
Erscheinungsdatum:
30.09.2015
Galizien war eine der ärmsten Regionen der Habsburgermonarchie und konnte im späten 19. Jahrhundert nur rudimentär an Industrialisierung und Wohlstandsteigerung anschließen. Die Ursachen für die gescheiterten Modernisierungsprojekte der imperialen Beamten und regionalen Eliten reichen bis in die Frühe Neuzeit zurück, als das spätere Galizien unter polnisch-litauischer Herrschaft zum Rohstofflieferanten Westeuropas abstieg. Die periphere Verflechtung mit überregionalen Märkten akzentuierte sich unter habsburgischer Ägide ab 1772 weiter: Die Wirtschaftspolitik des Wiener Hofs bevorzugte die böhmischen und österreichischen Zentren, geopolitische Umstände und regionale Interessenskonstellationen bremsten Entwicklungsimpulse. Klemens Kaps zeigt, wie die ungleichen überregionalen Verflechtungen im Zusammenspiel mit der imperialen Wirtschaftspolitik Galiziens Entwicklung zwischen 1772 und 1914 behinderten.
Autorentext
Klemens Kaps (Linz, 1980) ist Wirtschafts- und Sozialhistoriker und beschäftigt sich mit räumlicher wirtschaftlicher Ungleichheit in der Habsburgermonarchie zwischen dem 18. und dem frühen 20. Jahrhundert, der staatlichen Wirtschaftspolitik und mit sozialen und ökonomischen Diskursen aus postkolonialer Perspektive. Derzeit forscht er zu Handel und Kaufleuten zwischen dem habsburgischen Zentraleuropa und Spanien im 18. Jahrhundert.
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