Kraft des Gedankens

Kraft des Gedankens

Einband:
Fester Einband
EAN:
9783205787150
Genre:
Politik-, Gesellschafts- & Wirtschafts-Biografien
Autor:
János Kornai
Herausgeber:
Boehlau Verlag
Erscheinungsdatum:
31.10.2011

Vom überzeugten Marxisten zum kompetenten Kritiker des sozialistischen Wirtschaftssystems hat János Kornai die Nachkriegsgeschichte Ungarns miterlebt und miterlitten. An der ideologischen Vorbereitung der ungarischen Revolution von 1956 beteiligt, wurde er zu einem einflussreichen Theoretiker der Planwirtschaft, ihrer Reformunfähigkeit und der post-sozialistischen Transformation. Kornai arbeitete als Journalist und als Wirtschaftswissenschaftler. An der Budapester Universität durfte er nicht lehren, doch wurde er ordentlicher Professor an der Harvard Universität. Im halbjährlichen Rhythmus pendelte er viele Jahre zwischen Budapest und Harvard und vermittelte zwischen östlichem Sachwissen und westlichem Fachwissen. Kraft des Gedankens ist der Bericht seiner lebenslangen intellektuellen Reise eine subjektive Ergänzung zu seinem akademischen Werk.

Autorentext
János Kornai ist Professor em. für Ökonomie der Harvard Universität und Permanent Fellow em. des Collegium Budapest Institute for Advanced Study. Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea sowie ausländisches Mitglied der amerikanischen, britischen, bulgarischen, finnischen, russischen und schwedischen Akademien. Früherer Präsident der Econometric Society, der European Economic Association und der International Economic Association. Träger der höchsten ungarischen Auszeichnung für Wissenschaft sowie des Seidman Award (USA), des Humboldt-Preises (Deutschland), der Erasmus Medaille (Academia Europaea) und der Leontief Medaille (Russland). Offizier der französischen Eherenlegion. 14 Universitäten verliehen ihm ein Ehrendoktorat. János Kornais Forschung konzentrierte sich auf die kritische Analyse des sozialistischen Systems und der post-sozialistischen Transformation. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa richtete sich seine Aufmerksamkeit auch auf die Wirtschaftspolitik, vor allem makro-ökonomische Probleme und Reformen des Wohlfahrtsstaates. Seine bekanntesten Bücher sind Overcentralization in Economic Administration (1957), Anti-Aequilibrium (1975), Economics of Shortage (1980), The Road to a Free Economy (1990), Das sozialistische System (1995), Unterwegs (1996), Struggle and Hope (1997), Welfare, Choice, and Solidarity in Transition (Koautorin Karen Eggleston, 2001), From Socialism to Capitalism (2008). Seine Arbeiten wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

Inhalt
Vorwort 1 Familie und Jugend - 1928-1944 Mein Vater. Meine Familie Die Reichsdeutsche Schule Auf der Suche nach einem geistigen Weg. 1944: Das Schicksal meines Vaters 1944: Mein Entkommen 2 Wie ich Kommunist wurde - 1945-1947 Identifikationsstufen Die Reaktion auf das Trauma von 1944 Intellektuelle Bekehrung und Übernahme kommunistischer politischer Ideen Charismatische Persönlichkeiten. Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft Zufälle und eigene Fähigkeiten 3 Bei einer kommunistischen Zeitung - 1947-1955 Vorwärts und hinauf Motive Leben in der Redaktion Wie ich die Ökonomie wahrnahm Geistige Leere Moralische Rechenschaft. 4 Erwachen - 1953-1955 Der "Neue Kurs" Begegnung mit einem Ex-Gefangenen Klärende Gespräche und Lektüre. Ein erster Fall von "Insubordination" Schriften von Imre Nagy rezensieren Aufstand beim Szabad Nép. Das Ende meiner Zeit beim Szabad Nép. 5 Der Beginn einer wissenschaftlichen Karriere - 1955 - 23. Oktober 1956 Überzentralisierung Der Hintergrund Geistige Anregung Bruch mit der Marxschen politischen Ökonomie Ich fange an zu forschen Schlussfolgerungen meiner Dissertation. Erste Reaktionen auf mein Buch Politische Hintergründe 6 Revolution und danach - 23. Oktober 1956-1959 Imre Nagys neues Regierungsprogramm. Magyar Szabadság - Eine neue Zeitung Unruhige Tage, unruhige Jahre Overcentralization macht seinen Weg Rausschmiss aus dem Institut Auf freiem Fuß, aber unter der Drohung einer Gefängnisstrafe Freundschaft und Solidarität 7 Meine Universitäten - 1957-1959 Selbststudium Die Lange-Hayek-Debatte Weitere Untersuchungen zur Leichtindustrie Distanzierung Eine Sackgasse Entscheidungen fürs Leben 8 Die ökonomische Anwendung mathematischer Methoden - 1957-1968. Zwei-Ebenen Planung Bekanntschaft mit Tamás Lipták Eine mathematische Untersuchung der Erfolgsbeteiligung Programmierung der Textilindustrie Zwei-Ebenen-Planung Ein idealisiertes Modell der Zentralplanung Prinzipien der nationalen Wirtschaftsplanung Die Berechnungen. Hat es sich gelohnt ? Zusammenarbeit mit Mathematikern 9 Reisen in den Westen - 1963 und danach Vorspiel Cambridge An der London School of Economics Dasselbe mit den Augen von Spionen und Spitzeln gesehen Allgemeine Bemerkungen zu meinen Reisen und Veröffentlichungen im Ausland Ein vereitelter Versuch, ein Verfahren zu "fabrizieren" 10 Gegen den Strom - 1967-1970 Anti-Äquilibrium Die Vorgeschichte des Buchs. Was veranlasste mich, das Buch zu schreiben ? Ähnlichkeiten, die nachdenklich stimmen Was darf man von einer allgemeinen Theorie erwarten und was nicht ? Rationale Entscheidungen. Nicht-Preis-Indikatoren Gleichgewicht und Käufer- und Verkäufermärkte Die politische Interpretation der allgemeinen Gleichgewichtstheorie Reform und Revolution in der Wissenschaft Erste Aufnahme und längerfristige Wirkung Hat es sich gelohnt ? Einige abschließende persönliche Anmerkungen 11 Institut, Universität und Akademie - 1967 und danach Der Ökonomie-Boss Als ob nichts geschehen wäre Vertrauen und Toleranz Eine fehlgeschlagene Institutsreform Lehrverbot und dennoch Lehre Wie ich Akademiemitglied wurde. Die Privilegien eines Akademiemitglieds. 12 Suche und Vorbereitung - 1971-1976 Forciertes oder harmonisches Wachstum Nicht-Preis-Kontrolle Wachstum: forciert oder harmonisch Eine Einladung nach Cambridge. Bis zur Taille in Gips- Keynes und Hirschman Lehre in Princeton Fortsetzung in Stanford und Washington Autonome Kontrolle Die knirschende Anpassungsmechanik Ein neues Heim Marktorientierte Reformen mit den Augen von Maoisten in Kalkutta 13 Die Teile passen zusammen - 1971-1980. Die Ökonomie des Mangels. Anregende Umgebung. Die Botschaft des Buches. Selbstzensur Verlagsgutachter Erste Eindrücke Eine Auseinandersetzung mit der "Ungleichgewichtsschule". Diskussion mit einem orthodoxen russischen Ökonomen Ein Beitrag zur Erosion des Systems. Noch einmal zum politischen und ethischen Dilemma des Publizierens. 14 Ein Durchbruch - 1979 und danach. Die weiche Budgetbeschränkung. Die Bedeutung des Begriffs Die Vorläufer Empirische Bestätigung Die mathematische Modellierung des Phänomens Die Geschichte hinter dem ersten zusammenfassenden Artikel. Lehren aus dem Vorfall 15 Freundlich distanzierte Kritik - 1968-1989. Der ungarische Reformprozess: Visionen, Hoffnungen und Realität. Halb erfüllte, halb vereitelte Hoffnungen. Vom naiven Reformer zum kritischen Analytiker. "Statt zu sagen, was zu tun ist ...". Effizienz und sozialistische Ethik. Die Bedeutung von Eigentumsrechten Das Lange-Modell und die Realität der ungarischen Reform Ein Exkurs: Ein anderes Stück ungarischer Realität. Ein Rückblick aus heutiger Sicht. 16 Harvard - 1984-2002. Princeton, Institute for Advanced Study. Wie Harvard seine Professoren ernennt Umzug nach Cambridge Freuden und Sorgen der Lehre Vielfalt und Toleranz Ethische Strenge 17 In Ungarn und der Welt zu Hause - 1985 und danach. Was band mich an Ungarn ? Vergleiche: das Leben in Cambridge und in Budapest Ein Zentrum der Weltkultur Freunde. Unter den Ökonomen Europas und der Welt. Ein Besuch in China Sich zu Hause fühlen 18 Synthese - 1988-1993 Das sozialistische System. Wie das Buch geschrieben wurde. Die Absicht einer Synthese Positive Analyse und Werte Allgemeine Modelle Zu spät oder zu früh ?. Anerkennung aus Ost und West Ablehnung von rechts und von links Eine bizarre Episode 19 Wendepunkt - 1989-1992 Der Weg in eine freie Wirtschaft. Die Beschränkungen von Vorhersagen Entscheidungen im Park der Business School von Harvard und auf dem Budapester Gellért Hügel. Wie The Road to a Free Economy geschri…


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