Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Historische Romane & Erzählungen
Herausgeber:
Reclam Philipp Jun.
Erscheinungsdatum:
29.02.1992
Für seinen einzigen Roman nimmt Oscar Wilde das alte Motiv des Doppelgängers auf und gibt ihm eine besondere Wendung: Der junge, reiche Dorian Gray besitzt ein Porträt, das statt seiner altert. Während er sich hemmungslos allen Arten von Vergnügen und Ausschweifungen hingibt und schließlich zum Mörder wird, behält er seine Jugend und Schönheit, sein Porträt aber nimmt mehr und mehr Züge des Verfalls und der Grausamkeit an. Wie Wildes Theaterstücke ist der Roman geprägt von geistreichen Dialogen; einige der Bonmots der Figuren sind berühmt geworden.
Nach dem Erscheinen der Erstfassung wurde der Roman, der heute zu den Klassikern der Moderne zählt, als unmoralisch, ja skandalös empfunden. Wilde antwortete den Kritikern in seinem Vorwort zur Buchfassung: "So etwas wie ein moralisches oder ein unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind entweder gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles."
Schon bald nach seinem Erscheinen 1890 wurde »Das Bildnis des Dorian Gray« als unmoralisch und skandalös empfunden. Oscar Wilde antwortete darauf nur: »So etwas wie ein moralisches oder ein unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind entweder gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles.« Was Wilde erschuf, ist ein Fest der Dekadenz und des Dandyismus, ein perfekt ausgeklügeltes Spiel der Realität und Fiktion. Seine Geschichte eines jungen Schöngeists spielt im England des späten 19. Jahrhunderts: Der wohlhabende Dorian Gray besitzt ein Porträt, das statt seiner altert, während er sich hemmungslos seinen Vergnügungen und Ausschweifungen hingeben kann. Dieses Geheimnis versucht er zu wahren mit allen Mitteln.
Autorentext
Oscar Wilde, geb. 1854 in Dublin, studierte erst am Trinity College in Dublin, dann in Oxford, wo er sich mehr und mehr einem Ästhetizismus zuwandte, den er nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben zum Maß aller Dinge machte. 1884 heiratete er in London; zwei Söhne wurden geboren. In den folgenden Jahren entfremdete er sich zunehmend von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen deutlicher bewusst. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in rascher Folge entstanden Essays, sein einziger Roman 'Das Bildnis des Dorian Gray', die Märchen, Erzählungen und mehrere Theaterstücke. 1895 wurde er wegen seiner Liebesbeziehung zum jungen Lord Alfred Douglas in einen Prozess mit dessen Vater verwickelt, der ihm zum Verhängnis wurde: Wilde wurde zu Zwangsarbeit verurteilt und war nun gesellschaftlich, aber auch künstlerisch erledigt. 1897 aus seiner Einzelzelle entlassen, floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 resigniert in Paris. Ingrid Rein, Anglistin und Germanistin, ist seit über 25 Jahren freiberuflich als literarische Übersetzerin tätig. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Werken aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Leseprobe
Das Atelier war von intensivem Rosenduft erfüllt, und wenn der sanfte Sommerwind durch die Bäume des Gartens strich, strömte das schwere Aroma des Flieders oder der zartere Hauch des blühenden Rotdorns zur offenen Tür herein.
Von der Ecke des Diwans aus persischen Satteltaschen, auf dem er es sich bequem gemacht hatte und, seiner Gewohnheit frönend, unzählige Zigaretten rauchte, konnte Lord Henry Wotton gerade noch den Schimmer der honigsüßen und honigfarbenen Blüten eines Goldregens sehen, dessen zitternde Zweige kaum imstande schienen, die Last ihrer flammengleichen Schönheit zu tragen; dann und wann huschten die phantastischen Schatten vorbeifliegender Vögel über die langen Vorhänge aus Tussahseide, die vor das riesige Fenster gezogen waren, ließen dabei für einen Augenblick eine Art japanischen Effekt entstehen und erinnerten ihn an die blassen, jadegesichtigen Maler Tokios, die mit den Mitteln einer zwangsläufig bewegungslosen Kunst den Eindruck von Schnelligkeit und Bewegung zu erwecken trachten. Das träge Summen der Bienen, die sich ihren Weg durch das hohe, ungemähte Gras suchten oder mit monotoner Beharrlichkeit um die mit Blütenstaub gefällten goldgelben Kelche des wuchernden Geißblatts kreisten, ließen die Stille noch bedruckender erscheinen. Das dumpfe Dröhnen Londons glich dem ständig mitklingenden Baßton einer fernen Orgel.
In der Mitte des Raumes stand, an einer hohen Staffelei befestigt, das lebensgroße Porträt eines jungen Mannes von außergewöhnlicher Schönheit, und davor saß, in geringer Entfernung, der Künstler selbst, ...
Inhalt
Das Bildnis des Dorian Gray Anmerkungen
Nachwort von Ulrich Horstmann
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