Eselsweisheit

Eselsweisheit

Einband:
Taschenbuch
EAN:
9783442217762
Untertitel:
Der Schlüssel zum Durchblick - oder - wie Sie Ihre Brille loswerden
Genre:
Esoterik
Autor:
Mirsakarim Norbekov
Herausgeber:
Goldmann
Auflage:
14. Auflage
Anzahl Seiten:
352
Erscheinungsdatum:
2006
ISBN:
978-3-442-21776-2

Bücher über Augentraining gibt es Dutzende. Aber wie viele Käufer dieser Bücher sie auch gelesen haben und wie viele davon jetzt auf ihre Brille verzichten können, darüber gibt es keine Zahlen. Vor diesem Hintergrund klingen die Versprechungen von Mirsakarim Norbekov fantastisch. Er behauptet, in seinen Kursen würde er eine Heilungsquote von annähernd 100 Prozent erreichen, und Ähnliches soll auch möglich sein, wenn man seine »Eselsweisheit« durcharbeitet. Den Schlüssel zum Durchblick findet der Autor im Kampf gegen den inneren Schweinehund. Und da das ein mächtiger Gegner ist, sind seine Maßnahmen nicht gerade zimperlich. Er provoziert den Leser, bis er lacht oder flucht, je nachdem. Erst wenn er den Leser richtig durchgeschüttelt hat, gestattet er ihm, die erste Übung für die Augen zu machen, und erreicht damit auf alle Fälle eines: Auch jemand, er sich nicht ernstlich mit dem Gedanken trägt, seine Brille loszuwerden, hat schon gewonnen. Denn er wird entschädigt mit Lesevergnügen pur.

Der riesige Erfolg, den Norbekovs Bücher in Russland haben, dürfte nicht zuletzt auf der einzigartigen Kombination von Unterhaltung und potenter Sachinformation beruhen.



Norbekovs Buch präsentiert statt Wischiwaschi konkrete Übungen für ein vitales Ganzkörpergefühl und das ist darüber hinaus eine spannende Lektüre.

Autorentext
Mirsakarim Norbekov ist Doktor der Psychologie, der Pädagogik und der Medizinphilosophie. Er ist Professor und Mitglied bzw. korrespondierendes Mitglied mehrerer russischer und ausländischer Akademien der Wissenschaften. Er hat in Moskau ein Zentrum für Augenregeneration gegründet und inzwischen mit einem riesigen Netz von Filialen in Russland und den angrenzenden Ländern ausgebaut. Er ist ehemaliger Vizemeister der UdSSR in Karate.

Leseprobe
Über den Autor

In seinen Seminaren wiederholt Mirsakarim Norbekov häufig: »Ich bin ein gewöhnlicher Mensch, genauso wie Sie alle. Ich bin in nichts besser und, wie ich hoffe, in nichts schlechter als Sie. Alles, was ich im Leben erreicht habe, können Sie auch erreichen, wichtig ist nur, dass Sie es wollen!«
Und er hat tatsächlich vieles erreicht. Heute ist Norbekov Doktor der Psychologie, Doktor der Pädagogik, Doktor der Medizinphilosophie, Professor, Mitglied und korrespondierendes Mitglied mehrerer russischer und ausländischer Akademien der Wissenschaften, Urheber zahlreicher patentierter Erfindungen und wissenschaftlichen Entdeckungen. Im Übrigen nennt er all diese Titel »Hundemarken«, weil er ja nicht wegen der Titel arbeitet.
Norbekov ist ein wahrhafter Gelehrter und Forscher.
Der Horizont seiner Interessen ist sehr weit gespannt. Viele wundern sich, wie so vieles in einem einzigen Menschen zusammengehen kann: Künstler, Komponist, Schriftsteller, Filmregisseur, Schauspieler, Sportler, Trainer mit dem schwarzen Gürtel in Karate (3. Dan) und dem schwarzen Gürtel in Sam Chon Do (9. Dan). Aber was das Wichtigste ist der Autor des Buchs ist Experte für Sufi-Medizin und Sufi-Praxis, eine der ältesten existierenden religiösen Schulen.
Der Sufismus ist eine Weisheitslehre, er gehört zur klassischen philosophischen Tradition des Ostens. Er gab der Welt die Algebra, die Schrift, und die drei Hauptreligionen fußen auf ihm.
Die Sufis sind tiefgläubige Menschen. Aber sie haben keine heiligen Städte, keine Kathedralen, Hierarchien und Insignien. Der Tempel Gottes befindet sich im Herzen. Sie lehnen keine Religion ab, aber Theologie gilt bei ihnen als pharisäisch. Jeder kann über das Gute sprechen! Diese Leute ziehen den Worten Taten vor. Durch Praxis, Taten und das Leben selbst säen sie Liebe und bewachen das göttliche Licht in allem, was sie umgibt. Die Sufis sind Krieger des Lichts, Hüter des Guten, der Liebe, der Harmonie, der Schönheit und der Weisheit. Äußerlich unterscheiden sie sich in nichts von gewöhnlichen Menschen, sie leben ein ganz normales Leben: Sie arbeiten, ziehen Kinder groß und sorgen für ihre Nächsten. Ihre wichtigste Regel: »Das Herz mit Gott und die Hände bei der Arbeit.« Norbekov ist ein Sufi oder ein wandernder Derwisch. Er wählte den Weg des Dienens, des Schaffens, des Hütens und der Weitergabe von Wissen in der Kette von Lehrer zu Schüler, damit die Weisheit, die in Jahrtausenden gesammelt wurde, zu den Menschen kommt, die bereit sind, sie zu erkennen. Auf jedem Tätigkeitsfeld hat Norbekov Schüler, welche seine Sache fortsetzen. Das gibt ihm die Möglichkeit, nicht auf der Stelle zu treten, sondern sich weiterzubewegen und neue Ufer zu erreichen. In der Nähe eines solchen Menschen zu leben ist gar nicht einfach. Wenn man mit ihm Seite an Seite arbeitet, muss man sich ständig vervollkommnen, sich innerlich wandeln, um mit ihm zusammen vorwärtszuschreiten. Er ist fordernd, hart, entschlossen, wenn es um das Erreichen eines Zieles geht. Jedem Menschen gibt er die Möglichkeit, seine göttliche Natur zu entdecken und zu entfalten. Für Sie, verehrter Leser, ergibt sich diese Möglichkeit durch dieses Buch. Unsere Ahnen hielten den Himmel für ein Symbol der Einheit und der Ewigkeit. Wenn die Menschen in den Himmel blicken, sind sie in diesem Augenblick vereint, selbst wenn sie scheinbar weit voneinander entfernt sind. Mögen die Seiten dieses Buches ein kleines Symbol für das sein, was uns alle auf dem Weg zu Gesundheit und Erfolg vereint. Und jedes Mal, wenn Sie das Buch zur Hand nehmen, denken Sie daran wir gehören zusammen!
Der Herausgeber

Von einem Schreibwütigen, das heißt von mir

Verehrter Leser!

Sie halten ein Buch in Händen, welches mit dem Ziel geschrieben wurde, Ihnen behilflich zu sein bei der Erneuerung Ihrer Sehkraft, bei der Weckung der in der Seele verborgenen Fähigkeiten und bei Ihrer Selbstverwirklichung als Persönlichkeit.
Aber seien Sie darauf gefasst, dass Sie das Buch von den ersten Seiten an schockieren wird und einen Sturm negativer Emotionen in Ihnen wecken wird: Unzufriedenheit, Ärger, Wut, Kränkung und Aggressionen gegen den Autor.
Ich bin bereit, das alles anzunehmen. Mehr noch, ich sage Ihnen, wenn es so sein wird, halte ich meine Mission für erfüllt.
Ich weiß im Voraus, dass Sie sagen werden, dass man ein Buch so nicht schreibt. Dass in gedruckter Form nicht zulässig ist, was in der mündlichen Rede erlaubt ist. Dass all diese Beleidigungen und Grobheiten vulgär sind und dem Autor keine Ehre erweisen.
Dass es bestimmte Grenzen und ethische und moralische Normen gibt, die es unter keinen Umständen zu überschreiten gilt, in keiner Form, und dass eine Überschreitung durch nichts zu rechtfertigen ist.
Dass man genau das Gleiche in einer delikaten Sprache und intelligent erläutern kann und dass es dann genauso verständlich wäre usw.
Ich hätte auch selbst noch vor gut zwanzig Jahren ebenso gedacht, als ich von den Ärzten abhängig war, von Behandlungen, Medikamenten, als ich im Leben meinen Platz nicht gefunden hatte, ein Mensch ohne Zukunft war, der sogar an Selbstmord dachte.
Ja! Es gab auch so etwas in meinem Leben.
Aber was wollen Sie von einem Schwerkranken, der an einen Apparat zur künstlichen Blutreinigung gefesselt war, erwarten? So oder so ein Todeskandidat! Und das mit nicht viel mehr als zwanzig Jahren!
Die Schulmedizin kann solch eine Krankheit nicht heilen. Einen Kranken, dessen Lebenszeit zu Ende geht, beobachtet sie nur, unterstützt ihn mit den verfügbaren Mitteln und sieht zu, wie er langsam erlischt.
Ist das nicht schrecklich?
Ich schätze das Leben viel zu sehr, um demütig zu bitten und zu katzbuckeln, wenn einfach keine Zeit ist, wenn man Ihnen schnell helfen muss, Ihre physische und geistige Brille loszuwerden, die Sie im Sumpf der Krankheiten und der nicht verwirklichten Möglichkeiten hält.
Sie sind ständig beschäftigt, machen irgendetwas, eilen andauernd irgendwohin, aber Sie erlauben sich nicht einmal, für eine Minute innezuhalten und sich zu fragen: »Wozu das Ganze? Wohin gehe ich und was bleibt nach mir übrig?« Obwohl aus der Tiefe Ihrer Seele, von irgendwo ganz tief drin, ein schmerzhaftes Echo kommt, dass da etwas nicht stimmt
Aber Sie haben keine Zeit! Man muss, man muss ständig irgendwohin eilen. Die Frage ist: wohin und wozu? In Wirklichkeit treten wir auf der Stelle, gehen im Kreis und bemerken es nicht. Und alle Bemühungen enden am Ausgangspunkt.
Damit Sie diese sinnlose Bewegung im Teufelskreis der Probleme und Misserfolge unterbrechen, ziehe ich Ihnen ganz bewusst den Boden unter den Füßen weg. Das ist das Wesen meiner Methode.
Es ist eine Methode der beschleunigten Wiederherstellung der Sehkraft über die willentliche emotionale Selbstnötigung. Die Mehrheit der Menschen ist emotional behindert, genauer gesagt, emotional kastriert. Man geht zur Arbeit und wieder heim, zur Arbeit und wieder heim, wie eine aufgezogene Puppe. Und alle Erlebnisse bleiben drin, und wenn etwas nach außen dringt, sind es in der Regel Aggressionen. Meine Aufgabe ist es, das Böse an die Oberfläche zu holen, das tief in Ihnen sitzt und Sie von innen auffrisst. Sie tragen diese Eiterbeule in der Seele, aber man muss sie aufreißen und den Eiter herauslassen, sich reinigen! Dann eröffnen sich die kreativen Möglichkeiten, die Möglichkeiten, zu träumen und das Ausgedachte zu realisieren, dann eröffnen sich alle Wege. Vor allem will ich nicht, dass Sie nach der Lektüre dieses Buches gleichgültig bleiben und weiter hinter derselben Brille bleiben, die Sie im Augenblick tragen. Das in dem Buch bewusst konstruierte emotionale Gefälle ist mein chirurgisches Instrument. Es gibt eine einfache Formel: Charakter und Schicksal sind identisch mit der Krankheit. Also: Wenn ein Mensch Hämorrhoiden hat, was hat er für einen Charakter? Das hat die Erfahrung am praktischen Beispiel bewiesen, nicht zuletzt an meinem eigenen Beispiel. Um seine Gesundheit und das Leben insgesamt zum Besseren zu wenden, muss man seinen Charakter verändern, aber mit bloßer Überredung klappt das nicht. Der Charakter wird von innen umgewandelt unter Ihrer unmittelbaren Mithilfe, ich spiele dabei nur den Katalysator. Stellen Sie sich deshalb auf die unerwartetsten, normalerweise nicht druckreifen Attacken an Ihre Adresse ein. Sie hüten einen riesigen Diamanten. Sie müssen ihn nur noch finden, schleifen und so ins Licht rücken, dass er mit sämtlichen Flächen glänzt. Dann können Sie alles mit anderen Augen betrachten und im Leben neue Horizonte eröffnen. Und ich bin bereit, Ihnen auf diesem Weg zu dienen! Das Leben ist gar nicht so ein schlechter und komplizierter Witz. Es ist, wie es ist.
Mit aufrichtiger Hochachtung und von ganzem Herzen,
Mirsakarim Norbekov

An Stelle eines Vorworts oder Haben Sie schon die Guillotine für Ihren Kopf bestellt?

ACHTUNG! Die wichtigen Informationen dieses Buches werden nach der Technik der »beschleunigten Unterweisung« dargelegt. Um eine mögliche Kränkung auszuschließen, bitte ich Sie dringend, sich mit dem folgenden Kapitel »Knuspriger Braten aus der Methode der beschleunigten Unterweisung und wie man ihn verwendet« bekannt zu machen.

In Ihren Händen haben Sie ein klitzekleines Lehrbuch, und seine Genialität besteht darin, dass es für Faule geschrieben wurde. Also genau für Sie! Die Sehkraft zu verbessern ist sehr leicht und einfach. Von Ihrer Seite erfordert es ein bisschen Wollen, ein winziges Zucken der Gehirnwindungen und ganz wenig Arbeit. Wenn Ihnen das zu viel erscheint, dann legen Sie das Buch gleich zur Seite! Und die minimale Gehirnmenge für einen Erfolg liegt nach unseren Berechnungen bei 50 Gramm. Ich hoffe, dass Sie das auf die Waage bringen. In Kürze wird ein Buch für Experten erscheinen, ein Wälzer mit 600 Seiten. Dort ist alles nach Fachbereichen aufgegliedert: nach psychophysiologischen und Ursache-Wirkungs-Faktoren. Brauchen Sie das? Ich glaube nicht. Im Augenblick besteht die Aufgabe darin, Ihre Sehkraft wiederherzustellen. Das Lehrbuch ist für jene geschrieben, die sich im Leben als MENSCHEN mit Großbuchstaben fühlen und mit eigenen Kräften und Anstrengungen bemüht sind, ihre Sehkraft zu verbessern oder zurückzugewinnen.
Deshalb wird der Hauptjoker in diesem Buch die Aufrichtigkeit sein, die Kürze, die Klarheit, die allgemeine Verständlichkeit, das heißt, es muss hausbacken sein und Sie stellenweise mit dem Wortschatz von stark betrunkenen Bürgern aus der Provinz konfrontieren.
Also, sehen Sie sich vor!
Die Technik der beschleunigten Unterweisung setzt eine gewisse Grobheit und unverblümte Redeweise voraus. Erschrecken Sie nicht, ich werde meine Grobheiten nicht übertreiben. Ich nenne Sie nur das, was Sie sind, zumal Sie schon so viele Jahre Ihre ungelösten Probleme mit sich herumschleppen!
Während der Arbeit an dem Buch wurde der Versuch unternommen, es so dünn wie möglich zu halten. Und um auch noch sehr faulen Menschen entgegenzukommen, kann ich es noch weiter treiben und die Anleitung zur Wiedergewinnung der Sehkraft auf drei Worte verkürzen!
Für besonders Begabte und ausgewählte Faulenzer, denen auch das noch zu viel erscheint, kürze ich diese drei Wörter auf vier Buchstaben ab und bitte Sie, sobald wie möglich mit dem Schnellzug auf Nimmerwiedersehn abzuhauen!
Und? Was fühlen Sie, wenn Sie diese Beleidigungen lesen?
Sind Sie gekränkt? Dann haben Sie es auch nötig!
Erstens deshalb, weil es schon lange Zeit war, dass Sie sich mit sich selbst beschäftigen. Und zweitens eile ich, Ihnen auch was Positives zu berichten: Sie sind hier richtig!
Wenn meine Beleidigung Sie getroffen hat, heißt das, Sie halten sich selbst für diesen begabten Faulenzer. Der Mensch bezieht nur das auf sich, was er in sich hat. Wenn ich eine Grobheit in einer Ihnen unbekannten Sprache ausspreche, werden Sie diese nicht verstehen. Das heißt, es gibt keine Grundlage, auf welcher Sie den Beleidigten spielen können. Das ist ein Gesetz. Also: Wenn ich Ihnen meine Grobheiten serviere, ist das sowieso nicht Ihre Sprache. Wozu also beleidigt sein? Der Sultan erkrankte. Das Gefolge war entsetzt, das Gefolge frohlockte. Sein Leiden fesselte ihn ans Bett. Die Ärzte begannen ihn zu behandeln. Tag für Tag versuchten sie, etwas zu tun, aber besser wurde es nicht. Es vergingen Tage, es vergingen Monate, es vergingen Jahre, aber völlig gelähmt, wie er war, lag er immer noch darnieder. So viele Staaten hatte er unterworfen, was für Völker hatte er nicht in die Knie gezwungen! Nachdem er die halbe Welt erobert hatte, war er machtlos vor der eigenen Krankheit.
Einmal geriet er vor Hilflosigkeit in Wut:
Schlagt allen Ärzten, die mir nicht helfen konnten, die Köpfe ab und legt sie an der Stadtmauer nieder.
Die Zeit verging. Und die kilometerlange Stadtmauer erbleichte von der Unzahl eingetrockneter Schädel gelehrter Männer. Einmal rief der Sultan seinen Großwesir:
»Wesir! Wo sind deine Ärzte?«
»Mein Gebieter! Es sind keine mehr da. Ihr habt ja selbst befohlen, sie hinzurichten.«
»Ist denn wirklich kein einziger mehr da?«
»Nein. Im ganzen Reich ist kein einziger Arzt geblieben, der Eures Blickes würdig ist.«
»Geschieht ihnen recht«
Und es folgten wieder lange freudlose Tage. Einmal fragte der Sultan wieder:
»Wesir, erinnerst du dich, es ist kein Arzt geblieben, der meines Blickes würdig ist? Erklär mir, was das bedeutet.« »Mein Gebieter, in unserem Reich ist doch ein einziger Arzt geblieben. Er lebt nicht weit von hier.« »Kann er denn heilen?« »Er kann es. Ich war bei ihm, doch er ist unerzogen und unkultiviert, er ist ein Grobian! Wenn er den Mund aufmacht, kommt nur Unflat heraus. Aber kürzlich hat er gesagt, er kennt das Geheimnis der Heilung des Herrschers.« »Warum hast du mir nichts gesagt?« »Wenn ich ihn bringe, werdet Ihr, mein Gebieter, mich hinrichten lassen wegen seines Benehmens.« »Ich verspreche, dass ich das nicht machen werde. Schaff ihn her!« Nach einiger Zeit brachte der Wesir den Arzt. »Man sagt, du kannst heilen?« Keine Antwort. »Warum schweigst du? Antworte!«, befahl der Sultan. »Mein Gebieter, ich hab ihm verboten, den Mund zu öffnen«, sagte der Wesir. »Sprich, ich erlaube es! Und? Sag bloß, deine Fähigkeiten genügen, um mich zu heilen?« »Geht dich einen feuchten Dreck an! Du kannst an meinen Fähigkeiten zweifeln, den Staat zu lenken, weil du der Herrscher bist. Aber was hast du mit deinem Staatsverstand in der Medizin zu suchen? Wie willst du dich da zurechtfinden? Du bist groß in deiner Arbeit, aber in der Medizin bist du nicht besser als ein Schuster.« »Wache!«, brüllte der Sultan vor Wut. »Haut ihm den Kopf ab Nein Erst setzt ihn auf einen Pfahl, dann schüttet siedendes Öl über ihn, und dann schlagt ihn in kleine Stücke.« Die Wache packte den Arzt, band ihm die Hände und schleppte ihn zum Ausgang, er aber blickte über die Schulter und sagte spöttisch: »Hör zu! Ich bin deine letzte Hoffnung! Du kannst mich töten, doch außer mir ist niemand mehr hier, der dich heilen könnte. Ich aber könnte dich heute noch auf die Beine stellen.« Der Sultan besänftigte sich augenblicklich: »Wesir! Bring ihn zurück!« Sie brachten den Arzt zurück. »Beginne mit der Behandlung. Du hast gesagt, dass du mich heute noch auf die Beine stellst.« »Aber vorher musst du meine drei Bedingungen annehmen, danach erst fange ich mit der Behandlung an.« Der Sultan unterdrückte den nächsten Wutanfall, biss wütend die Zähne zusammen und zischte: »Sprich!« »Befiehl, dass man vor dem Stadttor das schnellste Rennpferd des ganzen Reiches und einen kleinen Sack Gold bereitstellt.« »Wozu?« »Als Geschenk für mich, ich liebe Pferde.« »Wenn du mich heilst, schenke ich dir eine Herde von vierzig Pferden, die mit Goldsäcken beladen sind.« »Das kommt später. Die kannst du mir nachschicken. Meine zweite Bedingung ist, dass während der Behandlung niemand im Palast bleibt.« »Wozu das?« »Bei der Behandlung könntest du Schmerzen haben, du wirst schreien, und niemand soll dich schwach sehen.« »Gut! Was noch?« »Drittens, dass deine Diener bei Strafe des Todes nicht auf deinen Ruf hören und erst nach einer Stunde deinen Befehlen folgen.« »Erklär mir das!« »Sie könnten mich behindern, und die Behandlung könnte nicht zu Ende geführt werden.« Der Sultan akzeptierte die Bedingungen und schickte alle aus dem Palast. Sie blieben allein. »Fang an!« »Womit soll ich anfangen, du alter Esel? Wer hat dir gesagt, dass ich heilen kann? Du bist mir in die Falle gegangen. Ich habe eine Stunde Zeit. Ich hab so lange auf einen passenden Augenblick gewartet, um dich zu bestrafen, du widerlicher Blutsauger! Ich habe drei alte Träume, drei heilige Wünsche. Der erste dir in deine Sultansfresse zu spucken!« Und der Heiler spuckte dem Sultan von ganzem Herzen, mit vollem Genuss mitten ins Gesicht. Da erblasste der Herrscher vor Entrüstung und Hilflosigkeit, als er begriff, in welche Lage er geraten war. Er begann den Kopf zu bewegen, um irgendwie dieser unerhörten Niedertracht zu widerstehen. »Ach, du fauler Klotz, du alter stinkender Rüde, du rührst dich noch? Pfui und wieder pfui sag ich dir! Mein zweiter Traum war es Ach, wie lange schon wollte ich in deine Sultansfratze pissen!« Und er begann, seinen zweiten heiligen Wunsch zu verwirklichen. »Wache! Her zu mir!«, brüllte der Sultan, aber er verschluckte sich an dem Urin. Er versuchte, mit seinem Kopf dem Strahl auszuweichen, begann die Schultern hochzuziehen, um sich mit den Zähnen in den Beinen seines Beleidigers zu verbeißen. Die Wache hörte den Ruf, aber wagte es nicht, sich seiner Anordnung zu widersetzen. »O du elendes Vieh«, sagte der Heiler und trat ihn mit dem Fuß. Der Sultan empfing den Schlag und fühlte den Schmerz. Er erinnerte sich plötzlich, dass neben seinem Kissen ein Tisch mit Waffen stand. Gleich würde er sein Schwert ergreifen und dem Majestätsbeleidiger die Beine abhacken. Getrieben von dem einzigen Wunsch, den Unhold zu bestrafen, begann er nach der Waffe zu greifen. »Du regst dich also noch immer?«, bemerkte der Heiler verächtlich. »Mein dritter Wunsch« Aber als der Sultan den dritten Wunsch dieses Usurpators hörte, brüllte er los wie ein verletztes Tier und knirschte mit den Zähnen! Mit titanischer Anstrengung bewegte er sich vom Platz, stützte sich mit den Ellbogen auf den Boden und robbte zu der Waffe. »Ich stech dich ab!«, brüllte er, »höchstpersönlich schneide ich dich in Stücke!!« An die Wand gestützt, erhob er sich auf seine tauben Füße und erreichte den Waffentisch. Mit zitternden Händen zog er das Schwert, aber als er sich umdrehte, war keiner mehr im Palast. Mit letzter Kraft schaffte er es bis zur Veranda. Ach, wie bedauerte er, dass er diesem Feigling in die Falle gegangen war und ihm das schnellste Rennpferd gegeben hatte. Er sah die Hoffnungslosigkeit seiner Lage, schleppte sich zu dem erstbesten Pferd und versuchte, in den Sattel zu steigen. Aber die Kraft reichte nicht! Die Kraft reichte nicht! Er klammerte sich mit den Zähnen an die Mähne, zog sich mit seinen schwachen Händen hoch und setzte sich in den Sattel. Der Geist des großen Kriegers war erwacht, der Geist des großen Herrschers war erwacht, der Geist des großen Feldherrn war erwacht. »Wo ist er?«, schrie er die umstehenden Diener an. Die aber hatten Angst, auch nur ein Wort zu sagen, und zeigten nur mit ihren Köpfen in die Richtung, wohin der Flüchtling geritten war. Der Sultan machte sich an die Verfolgung. Mit jeder Minute fühlte er, wie er mehr und mehr an Kraft gewann. Er ritt durch das Stadttor und strebte weiter, Meile um Meile.


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