In den Himmel gebissen

In den Himmel gebissen

Einband:
Kartonierter Einband
EAN:
9783869161495
Untertitel:
Aufsätze zur europäisch-jüdischen Literatur
Genre:
Deutsche Sprach- & Literaturwissenschaft
Autor:
Alfred Bodenheimer
Herausgeber:
Edition Text + Kritik
Auflage:
1. Aufl. 2011
Anzahl Seiten:
204
Erscheinungsdatum:
31.10.2011
ISBN:
978-3-86916-149-5

"Erreichbar, nah und unverloren blieb inmitten der Verluste dies eine: die Sprache." Paul Celan ist einer der Autorinnen und Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts denen sich diese Aufsätze zum Verständnis europäisch-jüdischer Literatur als Abarbeiten am unaufhaltsamen Verschwinden transzendenter Rückversicherungen jüdischer Zugehörigkeit widmen. Das Entstehen einer modernen europäisch-jüdischen Literatur, sowohl in den verschiedenen Landessprachen wie auch in der hebräischen und jiddischen Sprache, ist unmittelbar verbunden mit dem Prozess der Säkularisierung. Neue literarische Ausdrucksformen spiegeln den Versuch, sich von hergebrachten Definitionen des Jüdischen als einer alles umfassenden, religiösen wie ethnischen Identität zu lösen. Dies hat in den meisten Fällen zur Folge, dass differenzierte, problematisierte und durchaus auch schmerzvolle Zugänge zum Judentum erarbeitet werden, ja das Judentum selbst zu einer literarischen Form wird. Das Verständnis europäisch-jüdischer Literatur wird anhand dreier unterschiedlicher Phasen untersucht: Die Suche nach einer historischen Rolle des Judentums im 19. Jahrhundert, die Selbstvergewisserung in der Zeit vor und während der Shoah sowie der zögerliche, aber dennoch als unausweichlich erkannte Versuch jüdischer Autoren, nach der Shoah eine jüdische Stimme zu finden. Beiträge zu u.a. Heinrich Heine, Paul Celan, Ruth Klüger, Imre Kértesz, Daniel Katz.

Autorentext
Alfred Bodenheimer, geb. 1965, promovierte 1993 in Germanistik an der Universität Basel. Nach einem Postdoktorat an der Hebräischen Universität Jerusalem und Lehrtätigkeit an der Bar-Ilan Universität (1995-1997) war er Lehr- und Forschungsbeauftragter für Judaistik in Luzern (1997-2003) und habilitierte sich an der Universität Genf (2002). Seit 2003 ist er Professor für Religionsgeschichte und Literatur an der Universität Basel, daneben war er 2004-2008 auch Professor für Jüdische und Hebräische Literatur an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Publikationen im Bereich der modernen jüdischen Literatur sowie im Schnittbereich jüdische Religion und Literatur.

Inhalt
- Einleitung I Literarische Rettungsversuche - Heines Hiob - Hegel und Abarbanel. Zur Metaphorik des Marranentums bei Heinrich Heine und Robert Menasse - Jüdische (Un-) Heilsvisionen. Theodor Herzls "Judenstaat" und "Die Protokolle der Weisen von Zion" II Das Land vor Augen - Kolonialismus des Wohlmeinens? Theodor Herzls Roman "Altneuland" - "Zion bleibt Galuth bis zur Endzeit". Margarete Susman und der Zionismus - Gottes Erwählter. Davids Herrschaftslegitimation und Dynastiegründung eine Reflexion, ausgehend von Stefan Heyms Roman "Der König David Bericht" III Im Angesicht des Untergangs - Umschreibungen. Walter Benjamins authentisches Scheitern an Kafka - Ein hebräisches Archiv der Diaspora. Samuel Josef Agnons Roman "Nur wie ein Gast zur Nacht" - In den Himmel gebissen. Zu Samuel Josef Agnon IV Der Torah entwachsen - Kein Midrasch nach Ausschwitz. Zu Dan Pagis' Gedicht "Mit Bleistift im versiegelten Waggon geschrieben" - Das Lid vom Tod. Annäherung an Paul Celans Gedicht "Auge der Zeit" - Abraham opfert Isaak. Zu einer literarischen Konstellation bei Jehuda Amichai und Daniel Katz V Kaddisch sagen - U wie "Unschuldig". Zur Destruktion jüdisch-europäischer Ideologien in Imre Kertész' Roman eines Schicksallosen - "Ich hab den Verstand nicht verloren, ich hab Reime gemacht" Ruth Klügers Jugendautobiografie weiter leben - Hiob nach der Shoah. Aleksandar Timas Roman "Das Buch Blam" Erstpublikationen


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